LSVS: Gemeinsame Pressemitteilung des Präsidenten Adrian Zöhler und des CRO RA. Michael J. W. Blank zur Klage des LSVS gegen früheren hauptamtlichen Geschäftsführer und frühere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Am 31. Oktober 2019 wurde Klage gegen den früheren hauptamtlichen Geschäftsführer (Arbeitnehmer) und die frühere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beim Arbeitsgericht Saarland eingereicht. 

 

Den beiden Beklagten wird gesamtschuldnerisch vorgeworfen, die Jahresabschlüsse im Zeitraum von 2009 bis 2016 manipuliert und im Fall der beklagten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft falsche Testate erteilt zu haben, indem gegen eine Vielzahl handelsrechtlicher Vorschriften verstoßen worden ist. Die testierten (falschen) Jahresabschlüsse konnten kein zutreffendes Bild der tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Es wurde hierdurch eine positive Grundstimmung bei den Entscheidungsträgern jenseits der Realität erzeugt, sodass in einer Vielzahl von Fällen ein kostensparendes und wirtschaftliches Handeln vernachlässigt wurde bzw. gar nicht erst stattfand. Notwendige Sanierungsmaßnahmen, wie sie im Sanierungskonzept des Konsolidierungsberaters und im Sanierungsgutachten (IDW S 6) dokumentiert sind, wurden über Jahre hinweg nicht eingeleitet. Allein im Zeitraum 2014 bis 2017 ist dem LSVS so ein Schaden von rund 9,2 Mio. Euro entstanden. Aufgrund der Geltendmachung dieses Schadens und des Folgeschadens beläuft sich die Klagesumme auf insgesamt 10.231.547,20 Euro.

 

Es handelt sich um die erste Klage gegen Verantwortliche des sog. LSVS-Finanzskandals.